Es ist gut von sich zu wissen, wie man am besten lernt. Es ist nicht allein entscheidend, wie viel Praxis angeboten wird oder welche Dozenten unterrichten, sondern auch, dass das Ausbildungskonzept der Einrichtung zu Dir passt. Wer ein Studientyp ist, der hat unter Umständen mit einer sehr praktischen Ausbildung seine Schwierigkeiten und umgekehrt.
Nicht zu vernachlässigen ist auch das eigene Bedürfnis nach Theater. Wenn das Interesse aus einem eher sozialpädagogischen Impuls kommt wird man die selbe Einrichtung anders bewerten als wenn man selbst auch ernste schauspielerische Ambitionen hat, und gerne sehr theatral lernen/arbeiten möchte.
Nachfolgende Kriterien beziehen sich auf eine Vollausbildung / Studium Theaterpädagogik; hier sei auch auf die Rahmenrichtlinien des BuT verwiesen
Im Fächerangebot sollten auf jeden Fall vertreten sein:
Theaterpädagogische Praxis! (Gruppendynamik, Konfliktintervention, thematische Arbeit, etc.)
Schauspielerischer Unterricht (Rollenstudium, szenisches Studium, kleine Inszenierungen, etc.)
eine Theaterproduktion
Körpertheater (Commedia dell´Arte, Clown, Maskenspiel)
Sprachbildung (Sprecherziehung, Sprachgestaltung)
performatives Körpertraining (Akrobatik, Tanz)
Körperschulendes Training (Yoga, Tai Chi, etc.), das man dann im Beruf wieder anwenden kann.
Eine Kampfkunst (Fechten, Aikido, Karate, Boxen)
dramaturgische Fächer (Dramen-/Rollenanalyse, Theatergeschichte)
Kulturmanagement
theoretische Fächer (Theatertheorie, Theaterpädagogik)
An der Gewichtung des Angebotes kann man etwas abschätzen, in welche Richtung die Ausbildung tendiert; so ist z.B. an einem Theater oft mehr Kulturmanagement und dramaturgische Arbeit notwendig, in der künstlerischen Arbeit (Theaterstücke produzieren, selbst spielen) muss man natürlich auch selbst einige qualifizierte Erfahrung im Spielen / Inszenieren haben.
Die Dozenten
Des weiteren kann man sich auch an der Qualifikation der Dozenten orientieren, auch hier gilt: Webseiten sind sehr geduldig...
Verlasse Dich da eher auf Deine Hospitation und die Meinungen der Studenten vor Ort (sprich am besten Leute aus verschiedenen „Kleingruppen“ an, dann sind auch die Meinungen verschiedener)
Auf alle Fälle sollten die Dozenten alle praktizieren, und es sollten THEATERLEUTE dort unterrichten (Also aktive Schauspieler, Maskenbauer, Theaterpädagogen, Dramaturgen, Regisseure, etc)
Die Anbindung
Manche Ausbildungen bringen eine gute Anbindung an ein TPZ, eine Bühne oder andere spätere Arbeitsfelder mit, das ist Gold wert, da man sich als engagierter Mensch schon zu Zeiten der Ausbildung einbringen und wertvolle Erfahrungen sammeln kann.
Kontakte kann man aber natürlich auch neben den Praktika schon knüpfen.